Brandstifter halten eine Stadt in Atem, für den wohlsituierten Kleinbürger Biedermann ist klar, dass man sie „aufhängen sollte“, ihm solche Menschen nicht ins Haus kämen. Jeder in seiner Umgebung wird von ihm geimpft, niemanden ins Haus zu lassen. Als sich dann doch zwei Obdachlose, Gestrandete, Gescheiterte, recht frech in seinem Dachboden einnisten, in seinem Haus breit machen und dreist und offen Benzinfässer ins Haus schleppen, um es in Brand zu setzen, ist Biedermann derjenige, der aus Naivität, Angst, und Feigheit schließlich zum Kumpanen wird und den Brandstiftern selbst die Zündhölzer für den letzten Schritt reicht.
Die muntere, das jugendliche Publikum sehr ansprechende Inszenierung, unterlegt mit Tom Waits‘ Musik, endet mit einem lauten Knall und lässt alle Beteiligten in der Hölle herumirren. Biedermann hat nichts gelernt, „wir hatten damals keine Ahnung, was in unserem Haus vorging, einfach keine Ahnung“.
Wegschauen, Gefahren nicht sehen oder sehen wollen, nicht fragen, sich ducken und letztlich zum Unglück beitragen, was hat dies alles mit uns zu tun? Viel begeisterter Beifall und auf dem Heimweg und Tage später auch noch im Unterricht viele Fragen und Diskussionen. Wie schön, dass es Theater gibt!
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