Schließlich sei es für eine Schule kein Anzeichen für ein mögliches baldiges Ende, im Gegensatz zum menschlichen Lebensalter, bei dem doch die Zahl 60 eine gewisse Ahnung eines Endes vermittle. Diese Bemerkung führte bei den Anwesenden doch zu einem leisen Protest.
Stolz konnte Walter, der die Schule seit 1994 als Inhaber leitet – eingebettet in einen kurzen Überblick bundesrepublikanischer Nachkriegsgeschichte - eine positive Bilanz des jahrzehntelangen Engagements sowohl in schulischer Bildung als auch beruflicher Aus- und Weiterbildung präsentieren. Diese zwei Säulen, von den bereits verstorbenen Gründern Dr. Heinrich Stracke und Kurt Dolland begründet, sind bis zum heutigen Tag für in der Region einzige private Berufsfachschule unabdingbar.
Im schulischen Bereich umfasst das Angebot die staatlich anerkannte Berufsfachschule I und die Berufsfachschule II Wirtschaft und Verwaltung mit Mittlerer Reife als Abschluss, genauso wie die staatlich anerkannte Höhere Berufsfachschule, Fachbereich Wirtschaft und Fachbereich Medien mit dem Erreichen der Fachhochschulreife, die die Möglichkeit bietet, an allen Fachhochschule der Bundesrepublik Deutschland zu studieren.
In der beruflichen Weiterbildung werden seit über 50 Jahre in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit Erwachsene kaufmännisch und in EDV qualifiziert. Vorbereitungskurse zur IHK-Prüfung sowie Ausbildung zur Fachkraft für SAP-Anwendungen sind weitere Schwerpunkte der Schule.
Auch die musikalische Untermalung des Festakts durch Herrn Josef Sternberger war ein historischer Spaziergang, angefangen mit der Eroberung Amerikas im Jahr 1492 mit der Filmmusik „Conquest of Paradise“, „Somewhere over the rainbow“ als einem der bekanntesten Lieder der späten 30er Jahre, über das Harry-Lime-Thema aus dem Film „Der Dritte Mann“ aus dem Jahr 1949 und schließlich endend mit einem der schönsten Paul-McCartney-Songs „Let it be“. Man sah viele Gäste mit den Füßen wippen und am Ende wurde der Künstler begeistert beklatscht.
Danach gab es in der Cafeteria der Schule Gelegenheit zum Gespräch. Hier hatten SchülerInnen ein Büfett mit deftigen und süßen Gerichten, teils nach Originalrezepten aus ihren jeweiligen Heimatländern, vorbereitet und dem wurde auch kräftig zugesprochen. Hier hatten sich auch ehemalige Schüler, sogar mit einer alten Schülerzeitung, eingefunden, die noch zu Zeiten des Gründers Dr. Stracke an Kursen teilgenommen hatten. Außerdem bestand danach die Möglichkeit, in den Klassenzimmern von Schülern vorbereitete Projekte anzuschauen, wie z.B. „optische Täuschungen“, „Camera obscura“ – ein Klassenzimmer als Kamera, Collagen mit Schülerarbeiten der letzten fünf Jahre im Bereich Medien und im Kino liefen Videos aus den Medien-Oberstufen. Ein von Schülern zusammen mit einer Lehrerin einstudierter musikalischer Sketch „Der Bürotrottel“ nach dem bekannten amerikanischen Komiker Jerry Lewis fand viel Beifall. Denn es war Fingerfertigkeit auf den unterschiedlichsten Schreibmaschinen-Modellen gefragt, und zwar im Takt nach Musik. Nicht schlecht staunten sowohl Schüler als auch Besucher über die teils sehr alten Schreibmaschinen, auch Typenhebelmaschinen, die großen Kraftaufwand erfordern. Mancher suchte die Return-Taste und Papier einspannen war für viele ein Problem. Auch hier waren 60 Jahre Entwicklung zu bestaunen.
Wer die Ausstellung „Punktsysteme“ im Hack-Museum im Sommer 2012 verpasst hatte, dem bot sich die Gelegenheit, die Beiträge der Medien-Oberstufen anzuschauen, ebenso wie die Beiträge „Ludi“ zur Ausstellung „We love Aldi“, die das Ergebnis einer ersten Kooperation des Hack-Museums mit der PHS waren.
Großes Engagement von Schülern und Lehrern hatte ein vielfältiges und abwechslungsreiches Jubiläumsfest ermöglicht. Einige Redner hatten schon auf das nächste „richtige“ Jubiläum, das 75-jährige hingewiesen, und sich bereits wieder als Laudatoren angekündigt.
Der Verlauf des Tages lässt zuversichtlich in die Zukunft schauen und die 15 Jahre bis zum „großen“ Jubiläum werden im Fluge vergehen.
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